"Heidenlöcher" ist der neuzeitliche Name der Überreste einer Fliehburg aus spätkarolingischer oder ottonischer Zeit. Diese Name ist nicht original, falls sie je einen hatte, ist dieser verloren. Der heutige Name ist erst im 18. Jahrhundert entstanden, als man die Anlage fälschlich in vorchristliche Zeit zurückdatierte. Tatsächlich wurde die Fliehburg aber im 9. oder 10. Jahrhundert angelegt, um den Bewohnern der Dörfer in der Umgebung Schutz vor den damals umherziehenden Normannen ("Wikingern") zu bieten. Das hat offenbar geklappt, denn eine gewaltsame Zerstörung ist nicht nachzuweisen. Der heutige ruinöse Zustand der Anlage ist auf den natürlichen Verfall über die Jahrhunderte hinweg zurückzuführen. Nach heutigen Erkenntnissen ist nicht einmal sicher, ob die Anlage überhaupt je ihrer Bestimmung gemäß genutzt wurde. Dauerhaft bewohnt war sie jedenfall sicher nicht. So fehlen sowohl regelmäßig betriebene Feuerstellen als auch Müllgruben. Die Fliehburg rückte erstmals in den 1820er Jahren ins Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit. 1907/08 wurden dann unter der Leitung von Friedrich Sprater vom Historischen Museum der Pfalz in Speyer erste Ausgrabungen unternommen. Er ging damals noch davon aus, dass es sich um eine keltische Siedlung handle. Neuere Forschungen ergaben dann, dass die Anlage mehr als tausend Jahre jünger ist als Sprater angenommen hatte. Während die Heidenlöcher also nichts mit Heiden zu tun haben, sind die Löcher dagegen sehr wohl noch deutlich zu sehen. Dieser Teil des Namens rührt nämlich von Einsenkungen her, die die Erbauer im Waldboden hinterlassen haben. Einst standen hier etwa 80, 85 eingeschossige Gebäude, rechteckige Grubenhäuser, die in den Boden eingesenkt waren und nur aus jeweils einem einzigen Raum von ca. 10 bis 20 m² Größe bestanden. Nur ein etwa 80 m² großes Gebäude fällt aus diesem Rahmen, es diente wahrscheinlich Versammlungszwecken. Alle Häuser waren aus Bruchsteinen, zum Teil auch aus großen Findlingen errichtet, und trugen einst wohl Aufbauten aus Fachwerk. Die Häuser waren von einer etwa zweieinhalb Meter hohen und 450 Meter langen Mauer umgeben, die ein Areal von etwa 1,3 Hektar Fläche umschloss. Diese zweischichtige Ringmauer war insgesamt etwa drei Meter stark und bestand aus behauenen Natursteinen. Sie trug überdies einen hölzernen Palisadenzaun, so dass eine absolute Höhe von mindestens dreieinhalb Metern erreicht wurde. Auf der Innseite war si mit einem Laufgang versehen. Tore gab es im Norden und im Süden der Anlage; das nördliche war als Zwinger konstruiert. All dies war noch von einem etwa fünf Meter breiten Graben umfangen, der durch eine weitere Palisadenwand verstärkt war. Ähnliche Anlagen sind der Heidenschuh, die Heidenburg, das Waldschlössel oder Burg Schlosseck.
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Bewertungen
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Pfalz Momente ★★★★★
Die Heidenlöcher sind die Überreste einer Höhenburg auf der Gemarkung Deidesheim. Die Überreste weisen auf eine Fliehburg aus spätkarolingischer, möglicherweise auch aus ottonischer Zeit hin. Vermutlich wurde die Fliehburg im 9. oder auch erst im 10. Jahrhundert in Fronarbeit angelegt, um den Bewohnern der näheren Umgebung Schutz vor den damals umherziehenden Normannen zu bieten. Der ursprüngliche Name der Anlage ging verloren. Der heutige Name bildete sich erst im 18. Jahrhundert, als man die Anlage den Heiden zuordnete. Eine gewaltsame Zerstörung ist nicht nachzuweisen, der heutige ruinöse Zustand ist auf Verfall der im frühen 19. Jahrhundert aufgedeckten Bodendenkmale zurückzuführen. Ähnliche Anlagen sind der Heidenschuh, die Heidenburg, das Waldschlössel oder Burg Schlosseck. Ein sehr interessanter Ort mit einer ganz fantastischen Stimmung! Sollte man gesehen haben! Das Areal ist riesig und zu damaliger Zeit noch größer. Die Ringmauer ist sehr gut erhalten und erstreckt sich in gutem Zustand um die komplette Anlage. Klasse! Die Heidenlöcher sind ein Kulturdenkmal nach dem Denkmalschutzgesetz des Landes Rheinland-Pfalz. Nachforschungen und gezieltes Sammeln von Funden sind genehmigungspflichtig, Zufallsfunde an die Denkmalbehörden zu melden. Manchen Menschen ist das anscheinend Wumpe und (ver)bushcraften einen Teil der Anlage, find ich unter aller S..!
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Marcel N. ★★★★☆
Ein weiteres Wanderziel im Pfälzer Wald. Prinzipiell nichts besonderes. Überreste einer alten Festungsmauer. Dennoch ganz schön hier zu wandern und ein wenig Geschichte zu erfahren.
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Melina Meinke ★★★★★
Nach einem etwas steileren Anstieg findet man oben auf dem Kirchberg die Reste einer Ruine vor - die sogenannten Heidenlöcher. Als Ziel für eine kurze Wanderung definitiv lohnenswert. Ebenfalls zu empfehlen ist die Michaelskapelle - von hier aus hat man eine wunderschöne Aussicht auf das Tal.
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Andypsilon ★★★★☆
Ich bin vom Sensental Parkplatz über die Michaelskapelle hier hoch gelaufen. Ein spannender Ort, leider sieht man nicht mehr so viel von der ursprünglichen Anlage. Trotzdem ein Besuch wert und ein interessanter Punkt auf dem Weg zum Eckkopf.
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T.H. Birch ★★★★★
Wir hatten nicht gewusst das es in unserer Nähe eine solche Fliehburg gegeben hat. Die Reise in die Vergangenheit hat uns sehr gefallen. Die ca. 600 m von der Michaeliskapelle sind zwar sehr beschwerlich, aber sie sind es definitiv Wert.
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Frank Oellien ★★★★★
Überreste einer Fliehburg aus der spätkarolingischen Zeit, welche auch sehr für Kinder geeignet ist. Die Ruine liegt nur 350 m oberhalb der Michaelskapelle und diente im 9. bzw. 10. Jahrhundert als Rückzugsort der Bevölkerung vor den Einfüllen der Normanen.
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Häufig gestellte Fragen
Wie kommt man zum Heidenlöcher?
Zum Heidenlöcher gelangen Sie über den folgenden Link