Universitätsklinikum Tübingen Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter
“Gelte es etwa, unauffällig die Dosis zu erhöhen, , so empfehle es sich, das Mittel in Tropfenform darzureichen. Die farb- und geschmacklosen Tropfen eignen sich besonders für die Behandlung krankheitsuneinsichtiger Patienten, die ihr 'Schnäpschen' schlucken, ohne nach der Dosis zu fragen, während sie die Tabletten kritisch zählen würden. Depot-Neuroleptika mit Langzeitwirkung, die per Spritze verabfolgt werden, machen solche Tricks überflüssig. Für ambulant zu behandelnde Wahnkranke haben die Psychiater längst vielerorts »Depot-Sprechstunden« eingerichtet. Im Zwei-Wochen-Turnus holen sich dort die Patienten den ernüchternden Schuß -- oft gruppenweise und in gemütlicher Umgebung: Nicht selten, werde bei den Neuroleptiker-Treffen eine »informelle Clubsituation« hergestellt und die gesellige Atmosphäre »durch die Verabreichung von Kaffee und Gebäck sowie die Anwesenheit von Therapeuten bewußt gefördert«.”