Schönbuch Sport-Camp
“Wir trainieren jetzt seit einem Jahr bei Hans und Martina, jeden Donnerstag, gemeinsam mit meiner Frau. Bevor wir uns entschieden haben, haben wir uns viele Schulen angesehen. Uns war wichtig, dass wir in einem familiären, respektvollen Umfeld trainieren – ohne „Abhärtung“ durch unnötige Verletzungen und ohne Macho‐Gehabe. Genau das haben wir bei Hans und Martina gefunden: klare Regeln, Disziplin, aber immer mit Augenmaß. Zum Vorfall: An dem Tag hat meine Frau im Kurs mittrainiert. Wie in vielen Einheiten gab es Liegestütze, mit dem Hinweis, den Rücken nicht ins Hohlkreuz fallen zu lassen, um Verletzungen zu vermeiden. Hans korrigiert in solchen Momenten alle – Männer wie Frauen – auch taktil am unteren Rücken, damit man die richtige Position spürt. Das ist im Kampfsport und Functional Training eine übliche, sachliche Korrektur. Als Hans diese Korrektur bei ihr vornahm, hat sie das als grenzüberschreitend empfunden. Das nehme ich ernst und kann nachvollziehen, dass Berührung bei manchen Menschen unangenehm sein kann – gerade wenn Grenzen individuell verschieden sind. Gleichzeitig war Martina, seine Ehefrau und Co-Trainerin, die ganze Zeit anwesend. Für mich als Schüler ist klar: Es gab keine ausfälligen Worte, keine körperliche Nähe über das Notwendige hinaus und keine Absicht, Grenzen zu missachten. Hans hat sich unmittelbar mehrfach entschuldigt und erklärt, dass seine Korrektur rein sportlich gemeint war und falsch rüberkommen konnte. Mehr Verantwortungsübernahme kann man in so einer Situation kaum erwarten. In dem Jahr, in dem wir dort trainieren, haben weder meine Frau noch ich – und auch keine der vielen Frauen im Training – je etwas Vergleichbares erlebt. Hans ist seit Jahrzehnten Trainer, ohne solche Vorkommnisse. Ihm jetzt pauschal schlechte Absichten zu unterstellen, wird weder seiner Arbeit noch dem Umgang im Team gerecht. Gefühle ernst nehmen, Grenzen klar kommunizieren (z. B. vor dem Training sagen: „Bitte keine taktilen Korrekturen bei mir“), und gleichzeitig anerkennen, dass sachliche Berührung zur Verletzungsprävention im Training dazugehören kann – solange sie professionell, angekündigt und transparent erfolgt. Genau so agieren Hans und Martina nach meiner Erfahrung. Ich stehe zu meinem Trainerteam, weil ich ihre Haltung kenne: Respekt zuerst, dann Leistung. Hans hat reagiert, sich entschuldigt und seine Absicht erklärt. Das sollte zählen. Übertreibungen und Hochskalieren helfen niemandem – ein klärendes Gespräch hingegen schon.”