Praxis für Psychiatrie und Psychotherapie Hendrik Moritz
“Ich kann absolut nichts schlechtes sagen. Im Zeitraum der "Betreuung" lief alles immer sehr gut. Schnell, unkompliziert und kompetent. Definitiv zu empfehlen.”
Unternehmen 241–242 von 242
“Ich kann absolut nichts schlechtes sagen. Im Zeitraum der "Betreuung" lief alles immer sehr gut. Schnell, unkompliziert und kompetent. Definitiv zu empfehlen.”
“Bei manchen Schizophrenen, so konstatieren die beiden Wissenschaftler, entstehe unter Neuroleptika-Wirkung eine künstlich erzeugte, organisch bedingte und letztlich unheilbare Wahnkrankheit, die -- »ironischerweise« -nur durch eine fortgesetzte Behandlung mit den Psychodrogen kontrolliert werden könne. Das Ergebnis: »Die Patienten bleiben für den Rest ihres Lebens von Neuroleptika abhängig, gleichgültig wie die Entwicklung ihrer eigentlichen Krankheit verläuft.« Doch obwohl sich die stets farbenfroh kolorierten Psycho-Pillen damit als chemische Zeitbomben erwiesen hatten, mochten die Psychiater nicht auf sie verzichten. Statt dessen sind sie rastlos bemüht, mit einer Fülle zusätzlicher Medikamente die gefährlichsten Neuroleptika-Nebenwirkungen abzuschwächen, etwa durch Antiparkinson- oder Kreislaufmittel: Beim Mixen entsprechender Pharma-Cocktails, so die Psychiater Angst und Dinkelkamp, gebe es »für Experimentierfreudige« offenbar noch »viele Möglichkeiten«. Im Bund mit der Pharma-Industrie, die Neuroleptika inzwischen in allen Anwendungsformen herstellt, versuchen die Mediziner überdies, den hartnäckigen Widerstand vieler Patienten gegen den täglichen Tabletten-Schub möglichst geschickt zu unterlaufen. Gelte es etwa, unauffällig die Dosis zu erhöhen, riet jüngst der Münsteraner Psychiatrie-Professor Rainer Tölle, so empfehle es sich, das Mittel in Tropfenform darzureichen. Tölle: »Die farb- und geschmacklosen Tropfen eignen sich besonders für die Behandlung krankheitsuneinsichtiger Patienten, die ihr ''Schnäpschen'' schlucken, ohne nach der Dosis zu fragen, während sie die Tabletten kritisch zählen würden.« Depot-Neuroleptika mit Langzeitwirkung, die per Spritze verabfolgt werden, machen solche Tricks überflüssig. Für ambulant zu behandelnde Wahnkranke haben die Psychiater längst vielerorts »Depot-Sprechstunden« eingerichtet. Im Zwei-Wochen-Turnus holen sich dort die Patienten den ernüchternden Schuß -- oft gruppenweise und in gemütlicher Umgebung: Nicht selten, so Psychiater Finzen, werde bei den Neuroleptiker-Treffen eine »informelle Clubsituation« hergestellt und die gesellige Atmosphäre »durch die Verabreichung von Kaffee und Gebäck sowie die Anwesenheit von Therapeuten bewußt gefördert«.”