Dr. med. Heike Geiselmann Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
“Zurück in die Zukunft? Nein danke – ich bleibe lieber bei den 90ern! Wer schon immer erleben wollte, wie sich psychiatrische Behandlung anno 1992 anfühlt, ist hier genau richtig. Neue Forschungsergebnisse? Neurobiologie? Differenzierte Diagnostik? Ach was – viel zu kompliziert! Frau Dr. Geiselmann setzt lieber auf den bewährten Standard von damals: Eine Diagnose, einmal vergeben, gilt fürs ganze Leben. Stabilität ist schließlich auch etwas Schönes. Besonders rührend: Selbstreflexion ist hier keine Last. Wer seine Erkrankung besser verstehen möchte, bekommt den erfrischenden Hinweis: „Damit fallen Sie ja der Krankenkasse zur Last.“ Und eine vertiefende Diagnostik? Steht einem ohnehin nicht zu – selbst wenn man vorher alles privat bezahlt hat. Wer braucht das schon? Entweder das Medikament wirkt – oder eben nicht. Endlich Klarheit! Ein Hoch auf Projektion: Was an mir liegt, liegt eigentlich an den anderen – und was an den anderen liegt, liegt eigentlich an mir. Herrlich konsequent. Das Ambiente: Im Wartezimmer spürt man Offenheit – man erfährt nebenbei auch etwas über die Probleme der anderen. Diese Transparenz schafft Nähe, fast schon etwas Kuscheliges. Das Büro selbst: lichtdurchflutet, beinahe wie eine kleine Kathedrale der alten Psychiatrie. Der Ton? Mal wie singende Engel bei Sonnenuntergang, mal mit Death-Metal-Attitüde. Unterhaltung auf allen Ebenen, mit viel Seele und Herz. Auch der Umgang mit der Sprechstundenhilfe ist vorbildlich: klare Anweisungen. Und wenn etwas davon zufällig mit dem Alltag kollidiert, steht fest: Schuld ist eine Frage der Vernunft. So bleibt Ordnung gewahrt. Und das allerbeste: Die Krankenkasse freut sich doppelt: Eine Fehldiagnose mit jahrelanger Falschbehandlung ist langfristig günstiger. Keine unnötigen Komorbiditäten, die später Kosten verursachen könnten. Effizienz auf hohem Niveau! Antidepressiva für alle, die sie wirklich brauchen – und manchmal auch für die, die einfach nur gerade da sind. Zum Beispiel der Hund. Simsalabim: Ven, Flu, Ser, Cym! Hauptsache, die Verpackung ist quadratisch wie ein Zauberpaket – und der Name erinnert an einen lustigen Neurotransmitter gepaart mit dem Klang von sprudelndem Asperin. Lass den Zauber wirken! Und vergiss den kläffenden Hund nicht an die Leine zu nehmen! Da laufen Leute. Manchmal nett, manchmal nicht, manchmal gar nicht zuhören – menschlich und professionell zugleich. Nähe und Distanz, wie ein gut geölter Schwenkstuhl. Quietscht nicht und kläfft nicht. Oder fast wie bei Oma: man fühlt sich geborgen wie ein Dreijähriger Wonneproppen. Bonbons im Mund, Kaugummi im Haar und fröhlich gelbe Antirutschsocken an den Füßen. Über seinen Jo-Jo stolpernd während er hypnotisiert in den Fernseher gafft. Ich liebe sie. Ich habe sie ins Herz geschlossen. Und ich liebe die 90er. Eigentlich die 80er noch mehr. Bitte niemals ändern. Jo-Jos, Kaugummis und romantische Faxapparate. Fünf Sterne, leuchtend am weiß-gelben Horizont der Vernunft. Zurück in die Zukunft mit atemberaubender Stilsicherheit. Und natürlich mit treuem Hund. Unverwechselbar charmant. Die Funken der Zeitmaschine, wie Wunderkerzen am Nachthimmel. Zeitgeist war und ist. Zeit ist derjenige, der etwas daraus macht!”