Takumi Nürnberg Sapporo Ramen
“Wir schreiben den 18.12.2025. Nach einer erfolgreichen Weihnachtsfeier, bei der das ein oder andere Bier zu viel den Weg in meinen Körper gefunden hat, setzte ich mich mit einem durchaus vertretbaren Kater in diesem feinen Lokal nieder. Mein Körper schrie nach einer inneren Umarmung. Nachdem ich meine letzten Kräfte mobilisiert hatte, ging die Bestellung raus: Nummer 27. Die Brühe, die genauso gut von Göttern hätte zusammengestellt werden können, roch ich bereits, bevor ich die Ramen überhaupt sah. Ihre Energie und Ausstrahlung waren ihresgleichen beraubt. Während ich die Schale vor meinem Antlitz bewunderte, setzte ich meine Kopfhörer auf und ließ mich von Klängen in eine Welt tragen, in der Sorgen und Probleme keine Rolle spielten. Die warme, kräftige, salzige Brühe berührte mich innerlich auf eine Weise, die ich sonst nur kenne, wenn mein Vater mir auf die Schulter klopft. Die Schüssel war so kunstvoll angerichtet, dass ich mich in einem einzelnen Öltropfen spiegeln konnte – inklusive einer leise rinnenden Träne. Ich betrat diesen Laden als lustloses, energieloses Geschöpf und verließ ihn wieder als Mensch.”