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    Foto von Jura-Museum - Burgstraße 19, 85072 Eichstätt, Deutschland

    Jura-Museum

    ★★★★☆ 4.6 (547 Bewertungen) Top bewertet Geschlossen

    “Zunächst einmal eine kleine Warnung: Man kann mit dem Auto nicht direkt am Jura-Museum parken. Man sollte daher den "Parkplatz Freiwasser" nutzen. Von dort sind es etwa 800 Meter bis zum Jura-Museum. Die Ausstellung befindet sich in luftiger Höhe auf einem Spornfelsen in der Willibaldsburg. Die Anlage war ursprünglich Teil einer festungsartigen Residenz der hiesigen Fürstbischöfe. Heute ist zwar nur noch ein Fragment erhalten, da im 19. Jahrhundert große Teile der Burg abgerissen wurden. Trotzdem bietet die Willibaldsburg immer noch einen imposanten Anblick und auf dem Weg zur Burg gibt es immer wieder schöne Aussichten auf Eichstätt. Darum soll es hier jetzt aber nicht weiter gehen. Schließlich hat das Jura-Museum eine ganz besondere paläontologische Sammlung aus dem Dinozeitalter vorzuweisen. Etwas Vergleichbares in Deutschland gibt es nur in Holzmaden, und zwar im Urweltmuseum Hauff in der Schwäbischen Alb. Die Fossilien des Jura-Museums stammen überwiegend aus dem Abbau der benachbarten Solnhofener Plattenkalke. Im 19. Jahrhundert gewann der dortige feine Kalkstein weltweit an Bedeutung, denn er wurde als Druckplatte für die Lithographie verwendet. Bei diesem Verfahren wurde zunächst ein Motiv seitenverkehrt mit Wachskreide auf die geschliffenen Steinplatten gezeichnet. Dann trug man Farbe auf den Stein auf und drückte ihn auf Papier, welches die Farbe annahm. Da die Platten händisch abgebaut werden mussten, fielen den Arbeitern um 1860 immer wieder perfekt erhaltene Überreste von versteinerten Tieren auf. Sogar Fischschuppen, feine Federn, einzelne Organe und andere Weichteile sind für das geübte Auge und mit technischen Hilfsmitteln immer noch erkennbar - und das nach rund 150 Millionen Jahren im Boden. Eine für die Naturwissenschaften regelrechte Sensation bedeutete 1861 der Fund des kleinen Archaeopteryx, der im Museum ausgestellt wird. Das Tier sah entfernt wahrscheinlich wie eine Elster aus. Es hatte wie ein Vogel Flugfedern, ein Gabelbein und eine erste nach hinten gewendete Zehe. Der Archaeopteryx besaß aber auch einen kräftigen Kiefer mit spitzen Zähnen, furchteinflößende Krallen und einen längeren knöchernen Schwanz - typische Reptilienmerkmale. Der Fund war damit der erste handfeste Beleg für die Evolution. Charles Darwin hatte ja erst zwei Jahre zuvor sein berühmtes Werk "Über die Entstehung der Arten" veröffentlicht und wurde dafür von der Fachwelt verlacht und verhöhnt. Der Archaeopteryx aber passte genau zu Darwins Theorie, denn das Fossil bestätigte die Existenz von Übergangsformen zwischen zwei Tiergruppen - in dem Fall der Dinosaurier/Reptilien und der Vögel. Das Jura-Museum ordnet entsprechend den Archaeopteryx anschaulich in die Reihe der gefiederten Dinosaurier ein, von denen mittlerweile auch in China einige Arten gefunden wurden. Die Ausstellung fragt auch danach, wie es dazu kam, dass Insekten, Flugsaurier, Vögel und zuletzt Fledermäuse/Säugetiere begannen, sich in die Luft zu erheben und zu fliegen - lange vor dem Menschen. Ob es Archaeopteryx allerdings bereits vermochte, zu fliegen oder nur zu gleiten ist, wie man erfährt, umstritten. In jedem Fall wärmten ihn die Federn in den durchaus kühleren Nächten des damaligen Inselklimas. Möglicherweise wurden die Tiere bei Stürmen von ihrem Lebensraum - kleinen Inseln - aufs offene Meer geweht, wo sie ertranken und auf den Meeresboden absanken. Der heimliche Star der Fossiliensammlung ist aber der Juravenator - der wahrscheinlich besterhaltene Raubsaurier Europas aus dem oberen Jura. Das Museum präsentiert neueste Forschungsergebnisse über diesen kleinen Saurier, der möglicherweise erst wenige Monate alt war und von einem Krokodil zu Tode geschüttelt worden sein könnte. Gezeigt und für Laien verständlich erklärt werden aber auch die Fossilien von Flugsauriern, Fischen, Insekten und Meeresreptilien. Der damalige Inselarchipel umfasste nämlich recht unterschiedliche Lebensräume - offenes Meer, küstennahe Korallenriffe und recht vegetationsarme, fast wüstenhafte Inseln, auf denen auch Flugsaurier rasteten.”

    Adresse: Burgstraße 19, 85072 Eichstätt, Deutschland
    Telefon: +49 8421 602980
    Webseite: jura-museum.de
  2. 2
    Foto von Urweltmuseum Neiderhell - Steinbrucker Str. 4, 83064 Raubling, Deutschland

    Urweltmuseum Neiderhell

    ★★★★☆ 4 (121 Bewertungen) Gut bewertet Geschlossen

    “Ein wirklich tolles und interessantes, kleines Museum mit einem sehr, sehr netten und freundlichen Inhaber. Wir waren die einzigen zwei Besucher, was für uns aber sehr schön war, da wir uns in aller Ruhe die vielen Exponate (Fossilien und Mineralien) anschauen konnten. Wir hatten auch Glück mit dem Inhaber sprechen zu können, welcher selber an vielen Ausgrabungen teilgenommen und die Fossilien/Mineralien ausgegraben hat. Eine Führung ist sicher sehr interessant. Ein weiteres Highlight waren die Riesenschildkröten, welche wir sogar streicheln durften. Der nette Herr hat sogar Fotos von uns gemacht. Die Tiere sind wirklich toll untergebracht und man merkt, mit wie viel Liebe sie behandelt werden. Der Hof ist sehr schön und gepflegt. Es gibt auch eine Gaststätte, in welche wir zwar nicht eingekehrt sind, aber sehr gepflegt und einladend wirkt. Zu den Kritikpunkten von manchen Besuchern: Ja, man darf die Ausstellungsstücke nicht berühren. In welchem Museum darf man das überhaupt? Die Fossilien würden dadurch ja beschädigt werden/kaputt gehen. Auch das man nicht fotografieren darf, kenne ich von anderen Museen. Es geht hier halt auch darum, die Exponate zu schützen. Wir haben € 9,50 pro Erwachsenen gezahlt, was wirklich nicht zu teuer ist. Wir waren ca. 1,5 Stunden vor Ort. Davon mindestens eine Stunde im Museum. Das ist wirklich ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis. Ja, die Ausstellung ist im Keller und hat dadurch aber einen ganz eigenen Charme. Dadurch, dass es nur ein paar Stufen hinunter geht, dürfte das Museum auch für (leicht) gehbehinderte sowie ältere Menschen gut zu erreichen sein. Es gibt viele Parkplätze direkt vor dem Museum. Das einzige ist, dass man nicht mit EC-/Kreditkarte zahlen kann (auch nicht in der Gaststätte). Aber dies rechnet sich halt einfach nicht für den Betreiber. Somit ist das für mich kein Kritikpunkt. Wir werden definitiv gerne wiederkommen und uns das Museum dann mit einer Führung ansehen. Vielen Dank für die schönen und interessanten Stunden.”

    Adresse: Steinbrucker Str. 4, 83064 Raubling, Deutschland
    Telefon: +49 8034 1894
    Webseite: urweltmuseum.com
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